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Gläserne Backzutaten-Manufaktur

Mit der hochmodernen Gläsernen Backzutaten-Manufaktur rüsten wir uns für die Zukunft. STAMAG hat den Produktionsprozess völlig neu aufgesetzt und nimmt damit eine Vorreiterrolle in der Branche ein. 

Die hohe Anzahl an unterschiedlichen Rezepturen und immer anspruchsvollere Kundenwünsche führten dazu, dass die vor über 40 Jahren in Betrieb genommenen Durchlaufmischanlagen an ihre Grenzen gestoßen sind. Zudem entsprechen diese Mischanlagen konzeptionell nicht mehr den Anforderungen des heutigen Marktes mit einer großen Vielfalt an Spezial- und Sonderprodukten. Mit der Investition in eine hochmoderne Produktionsanlage wappnet sich STAMAG für die Zukunft und ist in der Lage, auch künftig höchste Ansprüche an Chargenrückverfolgung, Allergenmanagement und Vermeidung von unerwünschten Kreuzkontaminationen zu erfüllen. 

Die neue Produktionsanlage wurde auf dem Firmengelände in Wien Stadlau errichtet, an welchem STAMAG seit 1884 ansässig ist. Bewusst wurde bei der Planung des Gebäudes auf eine großflächige Glasfront gesetzt, welche die Transparenz des Produktionsprozesses der neuen Anlage widerspiegelt.

Beim Pre-Opening mit Vertreterinnen und Vertretern aus Presse, Politik und Wirtschaft freuten sich auch Ernst Nevrivy, Bezirksvorsteher des Bezirkes Donaustadt (zweiter v.l.), Johann Arsenovic, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Wien (erster v.l.) sowie Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie der Wirtschaftskammer Österreich (vierte v.l.) über diese bedeutende Investition in den Wirtschaftsstandort Wien.

 
STAMAG verbindet erfolgreich Tradition und Innovation

Die auf das Wesentliche konzentrierte, asymmetrische Bauform steht in starkem Kontrast zu den traditionellen Gebäuden am Gelände und vermittelt dadurch die Verbindung von Tradition und über Jahrzehnte gewonnenem Know-how mit innovativster Produktionstechnologie.

In der bisherigen Durchlaufmischanlage war die Produktionsreihenfolge von Backzutaten fest vorgegeben und teilte sich in die drei Schritte Rohstoffeinwaage, Mischen und Abfüllen. Sobald eine Produktionserie lief, konnten nur sehr ähnliche Produkte gefertigt werden. Der wesentliche Vorteil der neuen Fertigung ist die Unterteilung in fünf getrennte Prozessschritte, die optimale Flexibilität ermöglichen. Während ein Container mit dem Produkt X befüllt wird, kann aus einem anderen Container ein vollkommen anders zusammengesetztes Produkt abgefüllt werden. „Somit entzerren wir sowohl räumlich als auch zeitlich den kompletten Herstellungsprozess.“, erklärt Dr. Achim Hanninger, technischer Geschäftsführer bei STAMAG. 

 

Die 5 Produktionsschritte kurz erklärt

Beim Kommissionieren werden die unterschiedlichen Rohstoffe, die laut Rezeptur für eine Produktionscharge benötigt werden, auf einem Ladungsträger (z. B. einer Palette) chargenbezogen zusammengestellt.  

Das Komponieren von lose angelieferten Rohstoffen, die in Silos gelagert werden, direkt in die Chargencontainer erfolgt durch fahrerlose Transport-Fahrzeuge an autonom angesteuerten Andockpunkten. Die Dosierung wird durch eine im Fahrzeug verbaute Präzisionswaage geregelt. Weitere Zutaten werden aus den vorkommissionierten Rohstoffen manuell zugeführt.  

Zum Mischen stehen zwei patentierte Chargencontainer-Mischer mit Flüssigkeitsdosierung und automatischem Probennehmer zur Verfügung, welche die zuvor in der Komponierung in den Container eingewogenen Rohstoffe mit höchster Mischgüte homogen vermischen.

Vor der folgenden Abfüllung durchlaufen die Mischungen eine sorgfältige Konditionierung, also mechanische und elektronische Kontrolle durch verschiedene Module wie Siebe, Metalldetektoren etc. Hier werden die Gesetze der Schwerkraft im Sinne einer hohen Energieeffizienz genutzt. Das Produkt „fällt“ aus den Containern durch die Konditioniermodule in die Abfüllanlagen im Erdgeschoß.

Für die Abfüllung stehen insgesamt vier Abfüllanlagen für unterschiedliche Gebindegrößen zur Verfügung. Neben Abfüllstationen für Big Bags und Papiersäcke zu 12,5 bzw. 25 kg wurde auch eine neue Kleinverpackungsanlage in Betrieb genommen. Diese ermöglicht die Verpackung der Produkte in Flach- bzw. Standbodenbeutel in einer Bandbreite von 250 g bis 5 kg. 

 

Von der Hightech-Anlage profitieren Kunden und Mitarbeitende 

Die Anlage ermöglicht es, trotz chargenindividueller Fertigung nach Kundenwunsch, wegen ihres hohen Automatisierungsgrades, sicher und kostengünstig zu fertigen. Nach den Prinzipen einer kleinen Manufaktur können so maßgeschneiderte Lösungen präzise auf die Anforderungen der Kundinnen und Kunden abgestimmt und angeboten werden. „Natürlich gibt es nach wie vor auch in der neuen Anlage Handarbeit. Wir automatisieren nur dort, wo es notwendig und sinnvoll ist, z. B. zur Erhöhung der Lebensmittelsicherheit oder Entlastung unserer Mitarbeitenden.“, so Dr. Hanninger. 

Die Steuerung und Überwachung der Anlagen erledigt ein intelligentes Prozessleitsystem, das in seiner Konzeption allen Anforderungen an „Industrie 4.0“ entspricht und die Mitarbeitenden durch den Produktionsprozess führt. 

 

Produktqualität und Sicherheit auf neuem Level

Das Prozessleitsystem steuert und dokumentiert chargenbezogen sämtliche Fertigungs- und Reinigungsschritte und bindet so alle qualitätsrelevanten Parameter in das bestehende Qualitätsmanagement-System ein. Ein absolutes Novum in der Branche ist die 36-stellige Produktverträglichkeitsmatrix, welche sämtliche charakteristischen Eigenschaften jedes Rohstoffs, Halbfabrikats und Fertigerzeugnisses abbildet. Dadurch ist erkennbar welche Produkte z. B. Allergene wie Gluten oder Nüsse enthalten, die in anderen Produkten unerwünscht sind. So können sämtliche Fertigungs- und Reinigungsschritte sowie Kontakte mit produktberührten Flächen überwacht und unerwünschte Kreuzkontaminationen ausgeschlossen werden. Vertriebsleiter Stefan Kotynek, MBA, MSc freut sich: „Nun wissen wir auf Knopfdruck, wann und wo welcher Rohstoff verarbeitet wurde und können somit unseren Kundinnen und Kunden die höchste Produktsicherheit garantieren.“ 

Von der hohen Produktqualität, die durch die neue Gläserne Backzutaten-Manufaktur realisiert werden kann, profitieren neben der STAMAG-Kundschaft natürlich auch die Endkonsumentinnen und Endkonsumenten, da nun auch Sonderfertigungen wie beispielsweise glutenfreie Produkte möglich sind.  

„So wie wir, kann das in Österreich keiner! Eine derartige Anlage ist einzigartig in der Branche. Wir freuen uns hier in Wien den Produktionsstandort in diesem Ausmaß zu stärken und neue Arbeitsplätze zu schaffen.“, ergänzt der für den Bereich Backzutaten verantwortliche Geschäftsführer Mag. Michael Freudenthaler.